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Vom Entweder – Oder zum Sowohl – Als-auch

Naikan üben heißt, die eigene Wahrnehmung zu schulen, damit wir immer mehr bemerken können, wie viele verschiedene Dinge eigentlich gleichzeitig da sind.

Üblicherweise sind wir Menschen stark darauf ausgerichtet, in den Katego­rien „entweder – oder“ zu denken. Im Umgang mit den Naikan-Fragen z.B.: ENTWEDER ich verursache dieser Person jetzt eine Schwierigkeit (3. Naikan-Frage) ODER ich mache etwas für diese Person (2. Naikan-Frage). Wir neigen dazu zu glauben, dass es nur eine gültige Antwort gibt.

Es ist sehr schwierig für uns zu denken: Ich verursache jetzt dieser Person eine Schwierigkeit in diesem Punkt und GLEICHZEITIG mache ich etwas für sie. Und GLEICHZEITIG macht diese Person etwas für mich. Das bedeutet, wir müssen erst langsam lernen, dass mehrere Dinge gleichzeitig vorhanden sind oder abgelaufen sind: nicht „entweder – oder“ sondern „sowohl – als auch“.

Meist ist es ein längerer Prozess, bis man erkennt, dass mehrere Naikan-Fragen gleichzeitig beantwortet werden können, wenn man sich eine bestimmte Situation oder Person ansieht. Im Naikan-Retreat ist man gewisser­maßen in einer Laborsituation, in einer geschützten Atmosphäre, wo man sich ganz auf die Feinheiten der Wahr­nehmung konzentrieren kann.

Wenn das „Sowohl – Als auch“ schon im Rückzug schwierig ist, um wie viel schwerer muss es dann im Alltag fallen? Wenn man aus der Stille in den Alltag zurück geht, stürmen so viele Eindrücke auf uns ein, wir müssen so vieles gleichzeitig verarbeiten.

Sind wir uns im Alltag bewusst, dass vieles gleichzeitig abläuft?

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